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Gemeinde Marienwerder

Gemeinde Marienwerder

im Landkreis Barnim

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Ruhlsdorf - der Chronist erzählt:

Unser Ruhlsdorf, das ca. 45 km von Berlin Mitte nördlich im Barnim liegt, ist eines von 4 Ruhlsdörfern im Land Brandenburg.


Namensgeschichte

Das Winkelangerdorf wird erstmalig im Jahr 1315 mit der Bezeichnung Ruhlenstorpp

erwähnt. Die früheste Erwähnung eines Ruhlsdorfer Pfarrers stammt aus dem Jahr 1375. Da wird geschrieben, dass der Leutepriester 2 Hufen Land hat.

Von 1574-1872 gehörte Ruhlsdorf zum Amt Liebenwalde. In einem Bericht des „Landreiters" von 1608 heißt es: „Zum Schloss Liebenwalde gehört das Dorf Rulestorff mit dem Schulzengericht. Es lebten damals 14 Bauern und 20 Kossäten (das sind Kleinbauern) am Ort.

Ich möchte Ihnen eine kleine Geschichte über die Abwahl eines Ruhlsdorfer Schulzen, also eines Bürgermeisters, erzählen:

Anekdote:

Der Amtmann Crüger in Liebenwalde setzt 1722 den Ruhlsdorfer Schulzen George Kalb, dessen Vorfahren das Schulzenamt erblich besessen haben, ab und setzt einen „alten Nachbar" Hans Litzo, als Schulzen ein. Kalb erhebt bei der Kurmärkischen Kriegs- und Domänenkammer Einspruch. Darauf geht ein von sieben Einwohnern unterschriebenes Gesuch - 2 Gerichtsschöppen sind auch dabei - an die Kammer. Im Gesuch wird gebeten, Litzo zu bestätigen. Das Kalb „wegen seiner Jugend und seines kindischen Verstandes" nicht verstehen könne. Sie wollen „einen alten Mann zum Regenten haben". Die Kammer ist mit Crügers Verfahren nicht einverstanden, erhört nicht das Gesuch „sämtlicher Untertanen im Liebenwaldischen Amtsdorf Ruhlsdorf' und bestätigt George Kalb seine alten Rechte.

Zu erwähnen bleibt, dass es heute noch Nachkommen der beiden Familien gibt. Die Namen haben sich nur leicht verändert. Sie heißen heute Kalbe und Lützow.

Während des 30 jährigen Krieges heißt es im Bericht des Landreiters: „Im Juni 1638 raubten die Kroaten in Schmachtenhagen 200 Rinder und lägen nun in Ruhlsdorff."

Für die Errichtung des Spinnerdorfes Marienwerder (auf Anweisung Friedrich II.) in den Jahren 1754/55 mußten die Ruhlsdorfer Untertanen die Fuhren leisten, d.h. sie mußten die Baumaterialien anfahren.

Am 7. April 1793 - 19 Jahre nach dem Neubau der Kirche (vormals gab es eine Fachwerkkirche) - brach morgens um 8 Uhr beim Kossäten Christian Briesemeister Feuer aus. In der zeit von 2 Stunden brannte fast das ganze Dorf ab. Verschont blieben uns: die Kirche, 1 Bauer und 2 Kossäten. 31 Hofstellen fielen der Feuersbrunst zum Opfer.

Weil die Bevölkerung vorrangig in Marienwerder, aber auch in Ruhlsdorf stark anstieg, wurde in Ruhlsdorf 1872 eine eigene Pfarre als Mutterkirche mit der Tochterkirche Marienwerder eingerichtet. 1889 wird das Pfarrhaus gebaut.

1801 gibt es 454, 1851 596, 1946 687 Einwohner. Heute sind es knapp 500.

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