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Gemeinde Marienwerder

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Werbellinkanal teilt künftig Marieninseln

endgültiger Trassenverlauf beschlossen

Von Brigitte Horn

Marienwerder (MOZ) Die Gemeinde Marienwerder hat jetzt den endgültigen Trassenverlauf des Werbellinkanals beschlossen. Damit wurde eine weitere Voraussetzung geschaffen, um den zum großen Teil zugeschütteten Werbellinkanal wieder zu eröffnen.


der rote Trassenverlauf wurde jetzt beschlossen (Quelle: Planungsbüro Knieper+ Partner)

Danach wird der Kanal nur zum Teil über die ehemalige Trasse führen.

Ein Grund dafür: Bei der Trockenlegung des Abschnitts war ein Teil mit Müll verfüllt worden. Gehe man jetzt dort heran, bringe das hohe Kosten, erläuterte Planer Helmut Knieper. Außerdem sei dann eine Brücke mit einer etwa 80 Meter langen Rampe erforderlich. Eine andere Variante, eng parallel zum Oder-Havel-Kanal sei nicht möglich, weil die Eigentümer nicht bereit seien, das Gelände zu verkaufen. Darum soll etwas südlicher vom Oder-Havel-Kanal gebaut werden, um vor der Gemeindehalle in nordöstlicher Richtung bis an eine gedachte Mittellinie des ehemaligen Sägewerksgeländes und künftigen Marieninseln zu stoßen, an der er parallel zum Oder-Havel-Kanal verläuft und von dort in den Stich des Werbellinkanals einmündet.

Das mehrere Millionen Euro umfassende Großvorhaben ordnet sich in das Gesamtkonzept der Wassertourismusinitiative Nord (WIN) ein. Das sieht die Nutzbarmachung von Wasserstraßen für den führerscheinfreien Bootsverkehr vor, um den Tourismus in der Region zu beleben. Das Werbellinkanalprojekt soll für diese Boote die Verbindung vom Finowkanal (Langer Trödel) bis zum Werbellinsee ermöglichen. Mit dem Bau des Oder-Havel-Kanals für die Großschifffahrt war die bisherige Verbindung des Werbellinkanals zum Langen Trödel gekappt worden. Es blieb ein Stichkanal übrig, an dem sich jetzt noch eine Schiffswerft befindet. Gleichermaßen wurde mit dem Bau des Oder-Havel-Kanals auch der Lange Trödel unterbrochen. Auch der soll im Rahmen der WIN wieder schiffbar gemacht werden.

Für die Planung der Öffnung des Werbellinkanals als Teil der Wassertourismusinitiative belaufen sich die Kosten auf rund 360 000 Euro. Sie wird zu 75 Prozent aus EU-Mitteln gefördert. Das Vorhaben selbst ist aber in der Gemeinde teilweise umstritten. Während man im Ortsteil Marienwerder, das größte der drei Dörfer, einhellig dafür ist, kommt vor allem aus den Ortsteilen Sophienstädt und Ruhlsdorf Kritik. Für Reinhand Kilian, Ortsbürgermeister von Ruhlsdorf und gleichzeitig Landwirt, geht zu viel landwirtschaftliche Fläche verloren. Er ist selbst betroffen. Kilian rechnet mit fünf Hektar für den Kanal und weitere zehn Hektar für Begleitflächen. Harald Berndt aus Sophienstädt hält das Vorhaben für verfrüht. Erst müsse seines Erachtens der Lange Trödel geöffnet werden, und ob das kommt sei fraglich.

Doch auch für den Langen Trödel stehen die Signale auf Grün. Dort geht es nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie, so WIN-Sprecher Ralf Hennings. Die avisierten Planungsmittel für die Gutachten, um Baurecht zu erreichen, stehen bereit. Das sind Gutachten zur Verträglichkeit mit dem FFH-Gebiet und für Baugrunduntersuchungen. Im Herbst könne es mit der Umweltverträglichkeitsstudie weiter gehen.

| 03.05.2007 | Anfrage |