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Gemeinde Marienwerder

Gemeinde Marienwerder

im Landkreis Barnim

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Mehrheit sieht Chancen im Wassertourismus

Eine weitere Hürde auf dem Weg zur Wiedereröffnung des Werbellinkanals ist übersprungen. Am Donnerstagabend beschloss die Gemeindevertretung, Fördermittel für die Wiedereröffnung des Werbellinkanals zu beantragen. Sie werden gebraucht, damit der zugeschüttete Teil des Kanals im Bereich zwischen Oder-Havel-Kanal und Finowkanal wieder schiffbar gemacht werden kann. Das ermöglicht in der Folge die Verbindung vom Finowkanal bis zum Oder-Havel-Kanal und Werbellinsee.

Eingebettet ist das Vorhaben in die Wassertourismusinitiative Nord (WIN), die auf ein attraktives Revier für Charterboote abzielt. Dabei geht es insbesondere darum, dass man mit schwimmenden Hotelsuiten auch ohne Bootsführerschein durch die landschaftlich reizvolle Gegend des Naturparks Barnim und darüber hinaus bis Berlin und Mecklenburg schippern kann. In der Eröffnung der Diskussion informierte Marienwerders Bürgermeister Danko Jur (CDU) in dem Zusammenhang über eine bevorstehende Konferenz in November mit Gästen aus Frankreich, Schweden und anderen Ländern, wo es bereits Erfahrungen mit derartigen Charterprojekten gibt.

Laut Beschluss der Gemeindevertretung werden nun für das Projekt der Wiedereröffnung des Werbellinkanals, das mit 4,6 Millionen Euro veranschlagt ist, 3,45 Millionen Euro Fördermittel im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" beantragt. Unter Umständen muss die Gemeinde für die Unterhaltung des Kanals aufkommen, die pro Jahr 25 000 Euro kosten könnte Der Eigenanteil von rund einer Million Euro, den die Gemeinde aufbringen muss, wird nach bisherigen Absprachen um 380 400 Euro von der Bundesagentur für Arbeit vermindert. Außerdem wollen die Gemeinden Joachimsthal und Schorfheide jeweils 1000 Euro beisteuern, heißt es in der Begründung des Beschlusses.

Die Gemeindevertreter aus den Ortsteilen Sophienstädt und Ruhlsdorf sehen damit eine viel zu große Belastung auf die Gemeinde zukommen. Außerdem sei ungeklärt, was die Umstellung auf die doppische Haushaltsrechnung für Folgen hat. Damit wies Harald Bernd, Gemeindevertreter aus dem Sophienstädt, auf eventuelle Abschreibungen hin, die den Haushalt der Gemeinde in den Folgejahren belasten könnten. Mario Strebe, Ortsbürgermeister aus Sophienstädt, bekundete, dass er nicht gegen den Kanal sei, aber zurzeit könne ihn sich die Gemeinde nicht leisten. "Das können wir machen, wenn wir im Geld schwimmen", sagte er. Reinhard Kilian, Gemeindevertreter und Ortsbürgermeister aus Ruhlsdorf, war die vorgelegte Finanzierung nicht schlüssig genug.

Richtig ist, dass es zum Eigenanteil der Gemeinde nach Gespräche gibt, so Bürgermeister Danko Jur. Im Januar werde der Haushalt der Gemeinde stehen. Wichtig sei aber, dass jetzt schon der Fördermittelantrag eingereicht wird. "Wenn der Fördermitteltopf überzeichnet ist, ist es vorbei", sagte Jur. Amtdirektor Hans-Ulrich Kühne (FDP) appellierte an die Kritiker, keinen Ortsteil-Egoismus zu entwickeln, sondern die Bedeutung des Projektes für alle im Blick zu haben. Der Beschluss sichere die Zukunft der Gesamtgemeinde mit ab.

Im Ergebnis der Diskussion haben die acht Gemeindevertreter aus dem Ortsteil Marienwerder für den Antrag gestimmt, Reinhard Kilian und Udo Ferch (beide Ruhlsdorf) sowie Harald Berndt (Sophienstädt) stimmten dagegen. Burkhard Stegemann (Sophienstädt) enthielt sich der Stimme.

| Marienwerder 27.10.2007 |