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Gemeinde Marienwerder

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Aussicht auf neuen Werbellinkanal

von Brigitte Horn (MOZ)


Danko Jur übergibt den Fördermittelantrag
an Staatssekretär Krüger (2.v.l.) Foto:MOZ

Besuch aus Potsdam gab es am Dienstagnachmittag in Marienwerder. Der Staatssekretär im brandenburgischen Wirtschaftsministerium Wolfgang Krüger war gekommen, um sich über das Projekt Wiedereröffnung des Werbellinkanals vor Ort zu informieren.
Marienwerders Bürgermeister Danko Jur nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, dem Staatssekretär den Fördermittelantrag zu überreichen, der am vorigen Donnerstag von der Gemeinde mehrheitlich beschlossen worden war (mehr dazu). Beim Pressegespräch erklärte Staatssekretär Krüger, dass die Gemeinde mit Fördermitteln in Höhe von 3,45 Millionen Euro rechnen könne. Insgesamt ist die Reaktivierung des Werbellinkanals mit 4,6 Millionen Euro veranschlagt.
Krüger wies darauf hin, dass das Land grundsätzlich die Projekte, deren Planung wie hier geschehen gefördert wurde, auch in der Umsetzung unterstützt. Zur Verfügung stehen die Mittel innerhalb der Europäischen Strukturfondsperiode 2007 bis 2013.
Der Werbellinkanal sei Teil der Wassertourismusinitiative Nord (WIN) als ein herausragendes Vorhaben des Landes. "Das Werbellinkanalprojekt hat dabei den Vorteil, dass man es auch als Solitär betrachten kann", so Krüger. "Es bringt ein attraktives wassersportliches Angebot in den Barnim, das sehr gut in die Wassertourismusinitiative hineinpasst", erläuterte der Staatssekretär. "Über WIN wird nicht mehr geredet. Das Projekt wird realisiert", stellte Krüger klar.
Neu und eine Herausforderung sei, dass hier Bundeswasserstraßen nicht nur unter rein wirtschaftlichem Aspekt, sondern insbesondere auch unter touristischem Blickwinkel betrachtet werden. Genauso sei es eine große Aufgabe, Lösungen dafür zu schaffen, dass beispielsweise Schleusen an Kommunen übertragen werden und anderes mehr.
Krüger lobte das Engagement des Landkreises Barnim für das Projekt WIN insgesamt und bezeichnete das Vorhaben am Werbellinkanal als Leuchtturm. Dabei habe man einen ehrgeizigen Zeitplan. Am 1. Juli 2008 soll der erste Spatenstich erfolgen. Das verlange eine hohe Disziplin von allen, die das Projekt bearbeiten, damit 2009 geflutet werden kann.
Darüber hinaus warf der Staatssekretär einen Blick auf das Vorhaben WIN insgesamt. Knackpunkte seien unter anderem der Lange Trödel als Nadelöhr schlechthin und die Querung der B 109 in Zerpenschleuse.


Informationstafel am Gelände des alten Sägewerks
Foto: Rita Friedemann

Wenn in Zerpenschleuse die Hubbrücke realisiert werde, blickte Krüger voraus, dann werde es in Brandenburg niederländisch.
Positiv sei, dass die Machbarkeitsstudie sagt, es geht, und dass auch die Gutachten den geplanten Vorhaben keine Steine in den Weg legen. Nach Worten von Krüger ist die Finanzierung des Projektes WIN innerhalb der europäischen Strukturfondsperiode 2007 bis 2013 gesichert. Er verwies zugleich auf die Größe des Vorhabens, das drei Ministerien beschäftigt. Dabei habe zunächst das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz mit der Umweltverträglichkeitsstudie seine Hausaufgaben gemacht. Jetzt geht es für den Langen Trödel in das Planfeststellungsverfahren, wo die Schritte geklärt werden, aus dem Langen Trödel wieder ein fließendes Gewässer zu machen. Hier ist das Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung vor allem gefragt. In puncto touristische Infrastruktur werde schließlich das Wirtschaftsministerium aktiv.
Für den Barnimer Wirtschaftsdezernenten Carsten Bockhardt (CDU) ist der Werbellinkanal so etwas wie eine Initialzündung. Gaststättenbetreiber und Fahr­radverleiher können mit dem Werbellinkanalprojekt konkret sehen, was in dem Vorhaben steckt. Es ist ein Projekt, das Auswirkungen auf den ganzen Landkreis Barnim hat. "Wir wollen das als Landkreis unterstützen, weil es mehreren Gemeinden nützt", sagte der Wirtschaftsdezernent. "Es ist ein Projekt für die gesamte Region", betonte er. "Nach dem bestätigten Haushalt des Kreises werden wir auch im Wirtschaftsausschuss diskutieren, wie wir das Vorhaben finanziell unterstützen können", kündigte Bockhardt an.

| Marienwerder 01.11.2007 |