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Gemeinde Marienwerder

Gemeinde Marienwerder

im Landkreis Barnim

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Tourismusprojekt Werbellinkanal

Werbellinkanal vor der Fertigstellung

Im November ist es soweit

von V. Schönfeld

Im Sommer 2003 wurde eine Machbarkeitsstudie „Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg“ (WIN) vorgelegt. Untersucht wurde die Frage, ob und wie es möglich ist, den Norden Brandenburgs mit seinen unzähligen Seen, Flüssen und Kanälen so zu vernetzen, dass sich daraus ein für den Wassertourismus attraktives Gebiet entwickeln kann. In diesen Gewässern soll das Führen von Charterbooten ohne Sportbootführerschein möglich sein. Das ist bereits jetzt schon vom Südende der Müritz bis Zehdenick und in den Rheinsberger Gewässern erlaubt. Dem Tourismus in dieser strukturschwachen aber landschaftlich äußerst reizvollen Region soll die Umsetzung dieses Projektes einen deutlichen Aufschwung bringen. Beispiele für eine derartige Entwicklung gibt es schon in Südfrankreich und Schweden.


„Erster Spatenstich“
September 2008


Abtragung des Mutterbodens, Februar 2009
(Bild © V. Schönfeld)

Wer damals bei den ersten Vorstellungen dieser Ideen ungläubig mit dem Kopf geschüttelt hat, wird mittlerweile eines Besseren belehrt. Auf den Fluren westlich von Marienwerder und auf dem ehemaligen Sägewerksgelände, das nördlich an den Ort angrenzt, hat sich eine Großbaustelle aufgetan. Die Landschaft wird durch den Bau eines neuen Werbellinkanals neu gestaltet. Hier entsteht unter der Bauherrschaft einer (mit allem Respekt) kleinen Gemeinde ein schiffbares Gewässer - bisher einmalig im Land Brandenburg! Die Wiederherstellung des einst verschütteten Kanalabschnittes ist Teil des WIN - Projektes und erfährt eine hohe öffentliche Förderung insbesondere durch das Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg, den Landkreis Barnim und durch die Agentur für Arbeit Eberswalde.


Schwerer Pfahlverbau, Mai 2009
(Bild © V. Schönfeld


Schwerer Pfahlverbau, Mai 2009
(Bild © V. Schönfeld

Nachdem sich die Gemeinde 2005 dazu bekannte, mit dem Kanalbau eine Pionierrolle bei der Umsetzung des „WIN – Gedankens“ zu übernehmen, wurde den Beteiligten bald klar, welche speziellen Probleme bei der Umsetzung eines derartigen, für eine Gemeinde untypischen Bauwerkes zu lösen sind. Nach Zusage der Planungsförderung durch das Landwirtschaftsministerium wurde 2007 ein Komplex an Planungen durch die beauftragten Büros erarbeitet. Mit Beschluss des Landesumweltamtes wurde im Mai 2008 der Plan für den Ausbau der vorhandenen und Neubau der verschütteten, neu zu errichtenden Kanalstrecke zwischen dem Finow - und dem Oder - Havel – Kanal festgestellt. Gleichzeitig mit der Fortführung der einzelnen Planungsphasen musste der Grundstückserwerb für die Trasse getätigt werden. Auch hier gab es viele Hürden zu nehmen. Im Spätherbst 2008 war es dann soweit. Die Bauarbeiten konnten beginnen.


Einbau der Wasserbausteine
Juli 2009 (Bild © V. Schönfeld)


Einbau einer geosynthetischen
Tondichtungsbahn, Juli 2009

Die zur Baufeldfreimachung notwendigen Baumfällarbeiten wurden im Herbst und Winter 2008/09 durchgeführt. Anfang des Jahres 2009 begannen die umfangreichen Bauarbeiten auf der gut 3 km langen Kanalstrecke. Da die Fahrwasserbreite für den Begegnungsfall von zwei jeweils 4,60 m breiten Hausbooten berechnet ist und die Fahrwassertiefe 1,70 m betragen soll, sind in Abhängigkeit der natürlichen Gegebenheiten drei differenzierte Regelquerschnitte zu realisieren. So wird beispielsweise der mittlere ca. 1200 m lange Bauabschnitt als gedichtete Dammstrecke mit einer Trassenbreite von 45 m (incl. unbefestigte Wirtschaftswege) ausgebaut. Der eigentliche Kanalbau wird planmäßig im November 2009 abgeschlossen sein.


Abschnitt der gedichteten Dammstrecke
August 2009
(Bild © V. Schönfeld)


Bauberatung im Bereich der zukünftigen
Wegebrücke, September 2009
(Bilder © V. Schönfeld)

Im Herbst 2009 wird mit den Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen begonnen werden. Diese Leistungen sollen den Eingriff in die Natur kompensieren und umfassen u. a. die Bepflanzung von Abschnitten des Kanalufers und einer Aschedeponie in Eberswalde sowie das Anlegen von zwei Amphibienlaichgewässern in Kanalnähe. Mit dem Abschluss dieser Maßnahmen ist erst nach 2010 zu rechnen. Der Bau der landwirtschaftlichen Wegebrücke und der Straßenbrücke soll 2010 erfolgen. Bis dahin werden Behelfsüberfahrten die Erreichbarkeit der Flächen gewährleisten. Gut 5 Millionen Euro werden dann in das Projekt geflossen sein.

Mit dem Entstehen dieses schiffbaren Kanals wird ein deutliches Signal für die Weiterentwicklung der anderen WIN- Projekte, wie z.B. die Wiederschiffbarmachung des Langen Trödels zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse gegeben. Nur bei Umsetzung des Gesamtprojektes werden sich die prognostizierten Effekte für die Tourismuswirtschaft in der Region einstellen und Marienwerder wird davon profitieren.

| Marienwerder 01. Oktober 2009 |