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Boxen in Marienwerder

Boxen statt Gewalt

Das ist Abbau von Aggressionen +  faires Kräftemessen nach sportlichen Regeln + soziale Integration von derzeit 15 Nationen + Zurückdrängung von Gewalt an Schulen

Horst Gülle erzählt die Geschichte des Boxringes Eintracht.


Horst Gülle
Cheftrainer

Harald Lange, ein langjähriger Freund hat sich nach der Wende ein erfolgreiches Unternehmen für Gebäudemanagement aufgebaut. Beide kommen wir aus der Sportart Boxen, in der ich auch über lange Jahre erfolgreich Trainer war. 1994 hatte Harald beim Verein Eintracht Mahlsdorf (heute Eintracht Berlin) eine Abteilung Boxen ins Leben gerufen. Auf Grund seiner Unternehmertätigkeit war er aber kaum in der Lage das Training durchzuführen. Er konnte mich, den damals 62-jährigen recht schnell von seinem Vorhaben überzeugen, Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen und sie durch regelmäßiges boxsportliches Training zum Abbau von Aggression und zum fairen Kräftemessen nach sportlichen Regeln anzuhalten.

Begonnen wurde in einem kaum 50 Quadratmeter großen Kellerraum, was der Begeisterung aber kaum Abbruch tat. Von Jahr zu Jahr wuchs die Anzahl der Teilnehmer und auch die sportlichen Ergebnisse. Unser geprägtes Motto „Boxen statt Gewalt", darunter verstanden wir Fairness im Sport, soziale Integration, zurückdrängen von Gewalt an Schulen und auf Straßen, fand auch immer häufiger in der Presse Erwähnung und Anerkennung, Zwei weitere Übungsleiter wurden gewonnen. Sie fanden in der Fa. Lange ihre berufliche Arbeit und konnten mich in der Trainingsarbeit unterstützen. Nicht zuletzt durch unsere guten sportlichen Ergebnisse bekamen wir im Jahr 2000 mit der Turnhalle in Hellersdorf, Havelländer Ring, eine Sporthalle, die uns in den Folgejahren die Betreuung von wöchentlich etwa 150 Sportlern ermöglichte. Die Gewinnung immer neuer Sponsoren half dabei mit, Probleme auf kommunaler Ebene zu lösen.

Hier wesentliche sportliche Ergebnisse:

  • Jährlich durchschnittlich 16-18 meistenteils siegreiche Mannschaftsvergleiche im In- u. Ausland (dabei u. a. Polen, Litauen, Österreich, Holland).
  • 5 X Gewinner des größten Berliner Nachwuchsturniers „Julius-Turm-Pokalturnier"
  • Bis zum Jahre 2007 konnten unsere Sportler des nun „Boxring Eintracht Berlin"
  • 18 Deutsche Meistertitel
  • 13 Deutsche Vizemeistertitel und
  • 28 dritte Plätze bei den Deutschen Meisterschaften erringen.
  • Die Anzahl der Berliner Meistertitel in allen Altersklassen dürfte die 100 überschreiten.


Harald Lange mit dem Schlüssel
für die neue Halle

Im September 2007 dann die große Überraschung. Wir erhielten in Berlin-Marzahn in der Eisenacher Str. eine noch größere Halle. In viel Eigenarbeit wurde sie hergerichtet und ermöglicht uns nun noch besser unser Motto „Boxen statt Gewalt" zu interpretieren.

So sind es derzeit junge Menschen 15 verschiedener Nationalitäten, die bei uns ihren Sport betreiben. Wenn ich nun, inzwischen 76 Jahre alt geworden, nicht mehr aktiv das Training durchführe, sondern als verantwortlicher Trainer die Veranstaltungen plane und leite, Eltern- und Schulbesuche durchführe, nach vorheriger Anmeldung in den Grundschulen unseres Bezirks neue Mitglieder werbe, so zeigt mir diese meine ehrenamtliche Tätigkeit, dass man auch im Alter noch sehr wirksam bei der Führung und Erziehung junger Menschen tätig sein kann.

Inzwischen liegt die Zahl der bei uns wöchentlich Trainierenden gut bei 200. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses in Eigeninitiative geschaffene reichhaltige und vielseitige sportliche Angebot vielen unserer Jugendlichen Hilfe war, einen geraden Weg zu gehen, abseits von Alkohol, Rauschgift und Kriminalität. Doch auch in dieser Hinsicht bereits Belastete finden bei uns Aufnahme, besondere Beachtung und Hilfe zur normalen Eingliederung in unsere Gesellschaft.


Champion Valuev
zu Gast bei der Einweihung

Unsere sportlichen Ergebnisse waren bis zu den Berufsboxern des in Berlin beheimateten Sauerland-Boxstalls gedrungen. Unsere Jungen fanden erste Beachtung. Wir erhielten Unterstützung, auch finanzieller Art, und inzwischen gibt es ein gegenseitig nützliches Verhältnis. Warum soll ein talentierter junger Mann nach beendeter Berufsausbildung aus seinem sportlichen Können nicht auch einen Beruf machen! Hier ein Beispiel: 1996 war als 14 jähriger aus dem Kosovo Faruk Shabani zu mir ins Training gekommen. Viele Jahre gemeinsamen Trainings formten ihn zu einem Berliner Spitzenboxer. Heute ist er hoffnungsvoller Profiboxer im Sauerland-Stall und hat alle seine bisher bestrittenen 13 Kämpfe siegreich gestalten können. Sicher wird noch der eine oder andere unserer Jungen mit unserer Hilfe und Unterstützung diesen Weg beschreiten.

Ich bin Stolz darauf!

| Marienwerder 07.05.2008 |